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    Lost Places

  • Verlorene, fast vergessene Orte - ihr morbider Charme übt eine ganz ei­gene Faszination aus. Sie er­zählen Ge­schich­ten von ver­gangenen Ta­gen. Es sind Objekte ihrer Zeit, die dem Zer­fall und damit auch der all­mählichen Rück­eroberung durch die Natur aus­gesetzt wurden. Eini­ge der hier do­ku­men­tier­ten Lost Places existie­ren mittler­wei­le nicht mehr, das Ter­rain wurde be­baut und / oder einer neu­en Nutzung zu­geführt.

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    Diese frühere Kauf­halle im Orts­teil Karlslust von Storkow ist zweifel­los ein Bau der Ost­mo­der­ne. Die Ost­mo­der­ne ist ge­prägt von einer ra­di­ka­len In­dustri­ali­sier­ung des Bau­ens, ba­sie­rend auf ei­ner be­grenz­ten Aus­wahl an stan­dar­di­sier­ten Ge­bäu­de­ty­pen und der Ästhe­ti­sie­rung die­ser strengen Form des Bau­ens. Es bil­de­te sich ei­ne ost­deutsche Ar­chi­tek­tur he­raus, die ex­peri­men­tier­freu­dig war und sich auch an west­li­cher Bau­kul­tur orien­tier­te, ohne ihren ei­ge­nen Cha­rak­ter zu verleugnen.

    Als Kauf­hal­le wur­den in der DDR grö­ße­re ein­ge­schos­sige Selbst­be­die­nungs­lä­den be­zeich­net, in de­nen über­wie­gend Le­bens­mit­tel und Wa­ren des täg­li­chen Be­darfs (WtB) wie Dro­ge­rie­ar­ti­kel und Rei­ni­gungs­mit­tel an­ge­bo­ten wur­den. Da es für al­le Wa­ren ein­heit­li­che feste Ver­kaufs­prei­se gab, spiel­te sich zwi­schen ver­schie­de­nen Lä­den, wie HO oder Konsum, kei­ne Preis­konkur­renz ab. In West­deutsch­land hie­ßen ähn­li­che Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te zumeist Su­per­markt. Der Be­griff hat sich in der Um­gangs­spra­che der Län­der im Osten als all­ge­mein­sprach­li­che Be­zeich­nung für ein grö­ße­res Le­bens­mit­tel­ge­schäft ohne Un­ter­schei­dung zwi­schen Dis­coun­ter und Super­markt ge­halten.

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    In der Mündung des Peene­stroms vor Usedom liegt die Insel Ruden, die ge­ra­de mal 2,2 Kilo­meter lang und 390 Meter breit ist. Ruden war einst Lotsen-, Be­obach­tungs- und Grenz­station. Von hier aus wur­den die Probe­flüge der in der da­ma­li­gen Heeres­ver­suchs­an­stalt Peene­münde ent­wickel­ten V2-Ra­ke­ten kon­trol­liert, zu DDR-Zeiten über­wach­ten Grenz­schützer ein- und aus­lau­fen­de Boote. Es gibt auf der Ins­el we­der Strom noch flie­ßen­des Was­ser. Bis No­vember 2015 hat­te die kleinste be­wohn­te In­sel Deutsch­lands zwei Ein­wohner, da­nach über­nahm ein Ver­ein die na­tur­schutz­fach­liche Be­treuung. Seit 2021 lebt wie­der ein Paar auf der In­sel, der Ha­fen, der fünf Jahre ge­schlos­sen war, wur­de sa­niert und wie­der in Be­trieb ge­nom­men.

    Die Insel Ruden ist ei­gent­lich kein klas­si­scher Lost Place, son­dern ist jetzt ein Na­tur­schutz­ge­biet mit ei­ner interes­santen Ge­schich­te. Sie ist be­kannt für ih­re ehe­ma­li­gen mi­li­tä­rischen An­la­gen und ihre öko­lo­gi­sche Bedeutung.

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    Im VEB Chemiewerk Coswig, Betriebs­teil Rüdersdorf in der Nähe von Berlin wurde hoch­wer­tiges Futter­phosphat hergestellt und europa­weit unter dem Namen RÜKANA ver­trie­ben. 1988 lag der Pro­duktions­ausstoß bei 180.000 t. Mit nur ei­ner Ofen­anlage und deut­lich ver­ringer­tem Personal­bestand wurde nach der Her­stel­lung der deutschen Ein­heit noch bis 1999 wei­ter pro­du­ziert. Die "Investoren" steuer­ten die Rüders­dorfer Futter­phosphat GmbH in die In­sol­venz. Nach Aus­schlach­tung der In­solvenz­masse dien­te die­ser verlas­sene Ort als Ku­lis­se für Fil­me, Serien und Musik­videos. Unter ande­rem wur­den hier Szenen aus "The Monuments Men und Enemy at the Gates" ge­dreht.

    Die Fotografien vom Chemie­werk Rüders­dorf hatte ich seiner­zeit bei der Ausschreibung des » der LBL (Land Brandenburg Lotto GmbH) eingereicht.

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    Ein rund 66.000 Quadratmeter großes Areal des ehe­ma­ligen Kabel­werkes Ober­spree (KWO) in Ober­schöne­weide, das seit un­ge­fähr drei Jahr­zehnten un­ge­nutzt dem Ver­fall aus­ge­setzt ist, soll nun in den kom­menden Jah­ren im großen Stil sa­niert werden. Neben den rund 900 Woh­nungen sind auch eine Kita, Gastro­nomie und Ge­werbe­flächen mit Büros ge­plant. Bau­start soll ab 2026 sein.

    Weitere Informationen und Foto­gra­fien zum Industriequartier an der Spree in Oberschöneweide findest Du im Ordner »

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    Das "Jerma Palace" wur­de 1982 von einer liby­schen Invest­ment­firma im Städt­chen Marsaskala auf Malta eröffnet. Es war die Zeit, als der so­zia­listische Mi­nister­präsident Dominic Mintoff in­ten­siv mit Libyen flir­tete (und noch mit so manch an­der­en Bad Boys aus China, der So­wjet­union und Nord­korea). Mit über 300 Zim­mern, Pools, Kon­ferenz­räumen und gemüt­licher Lounge in der orien­ta­lisch an­mutenden Archi­tek­tur war es sehr beliebt bei Rus­sen und Libyern. Herr al-Gaddafi per­sön­lich pfleg­te hier des öf­teren seine Ferien zu ver­bringen.

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    Der White Rocks Komplex in Pembroke auf Malta wurde in den 1960er Jahren von den bri­tischen Streit­kräf­ten er­rich­tet. Da­mals war das Gebiet als St. Patrick's Officers Married Quarters be­kannt und wurde ur­sprüng­lich als Militär­wohn­quartier mit Woh­nungen und Apart­ments für Of­fi­ziere und ihre Fa­mi­lien ge­nutzt. Als das Militär­personal Ende der 70er Jahre Malta ver­ließ, wurde der Komplex der malte­sischen Re­gie­rung über­geben und nach und nach in einen Ferien­kom­plex um­ge­wan­delt. Später wur­de er vom Tou­rismus­ministerium als Unter­kunft für Sprach­studenten genutzt, die auf Malta stu­dierten. Er blieb bis 1995 in Ge­brauch.

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    Fotografien - aufgenommen seit 2004 mit analoger und digitalen Kameras