
Fotografie
Urbane Kultur
Zu den vielfältigen Ausdrucksformen der Berliner Kultur gehört die relativ junge Urban Art (Streetart, Graffiti, Mural). Sie verkörpert die Kreativität, die Freiheit, die Brüchigkeit und die unermüdliche Dynamik, für welche die Stadt weltweit bekannt ist. Skulpturen und Gedenkorte im öffentlichen Raum zählen hingegen zu den klassischen und etablierten Formen von Kultur. Teil des urbanen Kulturraumes Berlin sind auch die zahlreichen Plattenläden. Sie sind lebendige Archive und soziale Knotenpunkte.
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Dass David Bowie im damaligen West-Berlin in der Schöneberger Hauptstraße 155 wohnte, ist inzwischen allgemein bekannt. Hauptstraße hat jedoch auch eine wörtliche Bedeutung – in Berlin fand Mitte 1976 der in vieler Hinsicht ausgebrannte Künstler wieder auf die Hauptstraße seines Lebens, zurück zu David Bowie. David Jones alias David Bowie alias Ziggy Stardust alias Thin White Duke musste einer Lebenssituation entfliehen, die ihn zu verschlingen drohte – er brauchte Ruhe und Anonymität, die Freiheit, zu tun, was er wollte. Die fand er in der geteilten Stadt. Hugo Wilcken schrieb: "Berlin war eine Insel, abgeschnitten von der Welt, doch groß genug, sich in dieser Stadt auch verlieren zu können. Jede Schicht des Mythos von Berlin schien einen Aspekt der Persona Bowies widerzuspiegeln – die Künstler des Expressionismus, die Cabaret-Dekadenz, der Nazi-Größenwahn, die verheerenden Zerstörungen, die Isolation hinter der Mauer, die Bedrückungen des Kalten Krieges, die Geister, die nie weichen. Vor allem – Berlin hatte etwas Unwirkliches." Oder, wie Bowie in Where Are We Now singt: "A man lost in time near KaDeWe…"
(Quelle: www.art-in-berlin.de)»
Nach West-Berlin ist die Wandmalerei in den 70er Jahren gekommen. Durch den Zweiten Weltkrieg gab es sehr viele Brandmauern in der Stadt, und da hat die Senatsbauverwaltung Programme für deren Gestaltung gestartet. Manche dieser Arbeiten kann man heute noch sehen. In der DDR konnten Sie Ähnliches finden, da wurden zum Beispiel Wände von Künstlern aus Nicaragua bemalt, in Marzahn gab es in den 80er Jahren ein großes Projekt zur Gestaltung von Plattenbaufassaden. Und dann war da natürlich die Mauer, die man auf der westlichen Seite relativ unbehelligt bemalen konnte. Das begründete Berlins Ruf als Streetart-Metropole. Weder Streetart noch Murals sind für die Ewigkeit gemacht. Luftverschmutzung, Regen, Schnee, Sonne und Hitze lassen sie irgendwann verblassen. Andererseits ist das ein Teil des Reizes. Streetart und Murals sind eine vergängliche, aber eben auch eine sehr lebendige Form von Kunst.
(Quelle: Tagesspiegel)Das Zentrum der Wandmalerei ist noch immer Lateinamerika, von Chile über Brasilien bis nach Mexiko und Kuba. Auf Teneriffa, als "Brücke" zwischen Spanien und Lateinamerika stark lateinamerikanisch geprägt, wurde die Altstadt von Puerto de la Cruz in eine Freiluftgalerie verwandelt. Bilder von den dortigen beeindruckenden Murals findest Du unter Fotografie im Ordner Teneriffa .
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In den Jahren 2007/2008 entstanden an der Cuvry-Brache zwei Bilder des italienischen Streetart-Künstlers Blu. Das Mural "Handschellenmann" stellte den kopflosen Oberkörper eines Mannes dar, der an den Handgelenken je eine goldene Uhr trug. Die Uhren waren als Handschellen gestaltet und mit einer goldenen Kette verbunden. Mit den gebundenen Händen richtete der Mann seine Krawatte.
Die Cuvry-Brache war ein brachliegender Platz direkt am Spreeufer, auf dem einst ein Bunker stand. Hier befand sich bis 2014 ein Dorf aus Zelten und Hütten, das als "Berlins erster Slum" regelmäßig für Schlagzeilen gesorgt hatte, bis es im September 2014 geräumt wurde.
In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 2014 rückten mehrere Männer mit zwei Hebebühnen und Farbrollen an und übermalten die Wandbilder an der Brandmauer mit schwarzer Farbe. Die Übermalung erfolgte mit Einverständnis des Künstlers. Diese Aktion war ein Signal gegen die misslungene Stadtentwicklung und den Berliner Umgang mit der Kunst.
Mit Baubeginn Januar 2018 wurde hier ein Bauprojekt unter dem Namen Neue Spreespeicher Cuvrystraße umgesetzt.
(Quelle: WIKI)-
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Fotografien aus Berlin - aufgenommen seit 2004, analog und digital
► Urbaner Kulturraum Berlin